Seit 2011 müssen alle zentralen öffentlichen Einrichtungen in Norwegen elektronische Rechnungen empfangen und bearbeiten. Die norwegische Regierung fügte 2012 hinzu, dass Lieferanten von Zentralregierungsbehörden auch elektronische Rechnungen gemäß dem europäischen Standard für elektronische Rechnungen versenden müssen.
Gemäß der Verordnung 444 ausgestellt von der norwegischen Regierung, ab dem 2. April 2019 sind alle öffentlichen Beschaffungsstellen verpflichtet, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Lieferanten öffentlicher Einrichtungen sind ebenfalls verpflichtet, elektronische Rechnungen zu senden. Darüber hinaus entsprechen elektronische Rechnungen der Richtlinie 2014/55/EU über die öffentliche Auftragsvergabe unter Verwendung von EHF/Peppol BIS Billing und dem Peppol eDelivery-Netzwerk. Zusätzlich sind zentrale staatliche Vergabestellen, die Rechnungen ausstellen, verpflichtet, an Geschäftsempfänger Rechnungen nach dem Standard EHF/Peppol BIS Billing 3.0 anzubieten.
E-Rechnungsplattform und E-Rechnungsmanagementlösungen
Norwegen ist sowohl vom Peppol BIS 3.0 Standard als auch vom Peppol eDelivery Network, insbesondere für grenzüberschreitende Transaktionen, abhängig. Sowohl Wirtschaftsakteure als auch öffentliche Auftraggeber in Norwegen verlassen sich auf Peppol Access Point (AP) Dienstleister, um die Einhaltung nationaler Vorschriften zu gewährleisten. Diese Dienstleister bieten Lösungen für die Erstellung, Einreichung, Übertragung, den Empfang und die Verarbeitung von elektronischen Rechnungen an. Eine Liste von E-Rechnungsdienstleistern ist öffentlich zugänglich. Alle Transaktionen können über einen einzigen Anbieter abgewickelt werden. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, neue bilaterale Partnerverbindungen einzurichten. Im norwegischen öffentlichen Sektor, im Haupt E-Rechnung Die Managementlösungen sind Unit4 /Agresso, VISMA, Basware (Contempus) und SAP. Im privaten Sektor werden mehr als 60 verschiedene Peppol BIS-konforme Lösungen eingesetzt.
Ansatz zum Empfangen und Verarbeiten von E-Rechnungen
Wirtschaftsteilnehmer können E-Rechnungen entweder über ihre internen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) oder Buchhaltungssysteme oder über zugelassene Anbieter von E-Rechnungslösungen einreichen. Die norwegische E-Beschaffungsinfrastruktur basiert auf den Peppol Business Interoperability Specifications (BIS) und dem Peppol eDelivery Network. Zusätzlich zum Peppol BIS-Dokumentenformat, EHF (Elektronisches Handelsformat) wird auch von öffentlichen Stellen anerkannt. Beide basieren auf UBL (Universal Business Language). Die norwegische Regierungsbehörde für Finanzmanagement (DFØ) erhält Rechnungen im Namen von fast 200 Zentralregierungsstellen des Landes.
Die norwegische Digitalisierungsagentur genehmigt in Norwegen registrierte Zugangspunkte (AP). Die Agentur betreibt die ELMA Registry (ein Peppol Service Metadata Publisher) mit fast 200.000 Empfängern im Januar 2021, der die Identitäten und Empfangsfähigkeiten aller norwegischen öffentlichen Einrichtungen und Wirtschaftsakteure enthält, die über das Peppol eDelivery Network kommunizieren.
Heute verfügen die meisten öffentlichen Einrichtungen über ein Wirtschaftssystem, das Peppol-Rechnungen verarbeiten kann. Die elektronischen Nachfolgesysteme (Rechnungsfluss-Systeme) werden zur Genehmigung der Rechnung vor der Bezahlung verwendet. Während die meisten Zahlungen auf allen dezentralen Ebenen elektronisch erfolgen, steht die Nutzung von eOrder noch am Anfang. Die Nutzung von Peppol hat die öffentliche Verwaltung dazu veranlasst, sich stärker für elektronische Lösungen zu interessieren. Die Möglichkeit, durch die gemeinsame Nutzung von eOrder, eCatalogue und eInvoice weitere Prozesse zu automatisieren, ist ein Ziel der öffentlichen Verwaltung.
eRechnungsstellung bei subzentralen Auftraggebern
Ab dem 2. April 2019 sind alle öffentlichen Auftraggeber, zentralen und dezentralen öffentlichen Einrichtungen verpflichtet, elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können. Ebenso sind die Lieferanten dieser öffentlichen Einrichtungen verpflichtet, elektronische Rechnungen zu versenden.
Die Strategie für die elektronische Rechnungsstellung in Norwegen basiert auf Peppol. Im Jahr 2020 wurde sie von 99% der öffentlichen Auftraggeber genutzt. Ausländische elektronische Rechnungen werden über Peppol-Formate und -Netzwerke empfangen. Die angestrebten Vorteile der Einführung der elektronischen Rechnungsstellung auf dezentraler Ebene sind Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen, die Verringerung des Verwaltungsaufwands sowie die Förderung der Prozessautomatisierung.
Norwegen hat den europäischen Standard für die elektronische Rechnungsstellung vollständig umgesetzt. Während EHF ausschließlich im Verkehr zwischen norwegischen Organisationen verwendet wird, kommt das Peppol-BIS-Format sowohl für grenzüberschreitende als auch für nationale Transaktionen zum Einsatz. Nach Schätzungen von CEF Digital wird das Peppol-Format derzeit von etwa 991 % der öffentlichen Auftraggeber genutzt.
Fazit
In den frühen 2010er Jahren trafen öffentliche Institutionen auf eRechnung, und der norwegische Prozess zog sich über die Jahre hin. 2019 wurde der Empfang und die Verarbeitung von E-Rechnungen im ganzen Land verpflichtend. Mit verschiedenen E-Rechnungsangeboten für Unternehmer ist Norwegen eines der führenden Länder Europas hinsichtlich der Vielfalt an E-Rechnungen.

